Seminarinhalt Aufmerksamkeit

Die schöpferische Realität der Aufmerksamkeit

Menschenbetrachtung und Menschenkunde

mit Alexander Schaumann

Menschenbetrachtung – das bezieht sich zunächst auf die äußere Wahrnehmung. Wir sind ständig von solchen Wahrnehmungen begleitet, finden aber nicht die Zeit, sie uns in ihrer ganzen Tiefe zu Bewusstsein zu bringen. Schaffen wir aber eine geeignete Wahrnehmungs- und Gesprächssituation, so ist es erstaunlich, was alles wahrgenommen werden kann. Der sinnliche Anblick erweist sich als das wahre Bild des seelischen und geistigen Menschen. Menschenbetrachtung dient in erster Linie einer Schulung der eigenen Beobachtungsfähigkeit.

Unversehens geschieht aber noch mehr. Es entsteht eine Atmosphäre seelischer Anteilnahme. Die Beobachter versuchen das Wahrgenommene zu beschreiben und zu verstehen. Doch jenseits der besprochenen Inhalte scheint sich auch der Raum selbst zu verändern. Er wird warm und dicht, ja scheint sich geradezu substanziell zu füllen und dadurch eine Tragfähigkeit zu entwickeln, die eine besondere Intimität möglich macht.

Jeder kennt dieses Phänomen. Es sind bewegende Momente, die oft unvergesslich in Erinnerung bleiben und manchmal auch unverhoffte Wendungen möglich gemacht haben.

Man darf wohl sagen: es entsteht ein therapeutischer Raum. Dessen Zustandekommen muss aber nicht der Gunst der Stunde überlassen bleiben. Es hat seine besonderen Bedingungen, die auch als solche beobachtet und studiert werden können.

In zwischengeschalteten Einheiten werden wir uns deshalb mit Fragen beschäftigen wie:

Aufmerksamkeit, was ist dabei wichtig?

Lässt sich das substanzielle Geschehen, das die Aufmerksamkeit begleitet, beschreiben?

Wie wirkt das?

Was entsteht zwischen uns „im Raum“?

Im letzten Jahr sind wir der Frage nachgegangen, in welcher Weise der Beobachter beim Beobachten seine eigenen Wesensglieder aktiviert. In diesem Jahr wollen wir der Frage nachgehen, auf welche Weise der Raum eine therapeutische Tragfähigkeit erhält.

Alexander Schaumann

Veranstaltungsort: Kaspar-Hauser-Schule, Überlingen

Termin: 22. und 23. Februar 2019 (Beginn: Freitag 15 Uhr / Ende: Samstag 18 Uhr)